Behandlungsschwerpunkte und Krankheitsbilder
Zu den häufigsten pathologischen Veränderungen des Cavum uteri gehören: Endometrium- und Korpuspolypen, Endometriumhyperplasie, submuköse Uterusmyome, Adenomyosis uteri (Endometriosis interna) und intrauterine Synechien (Asherman-Syndrom).
Endometriumhyperplasie ist eine pathologische Proliferation der Gebärmutterschleimhaut mit überwiegender Beteiligung glandulärer Strukturen.
Gemäß der WHO-Klassifikation umfassen hyperplastische Prozesse des Endometriums Hyperplasien, Polypen sowie atypische Schleimhautveränderungen.
Uteruspolypen entstehen typischerweise durch die umschriebene Proliferation der Drüsen der Basalschicht des Endometriums. Anfangs bilden die Drüsen und das Stroma eine polypöse Vorwölbung auf breiter Basis, später entsteht ein Stiel unterschiedlicher Dicke, der auch vaskuläre und glattmuskuläre Komponenten enthalten kann.
Polypen können eine Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit (Infertilität) sein. Das wesentliche klinische Risiko besteht in der Möglichkeit einer malignen Entartung.
Symptomatisch äußern sich Polypen häufig durch Schmierblutungen (Spotting), Menorrhagien oder azyklische Blutungen, können jedoch auch vollkommen asymptomatisch verlaufen.
Die Diagnosestellung erfolgt primär mittels transvaginaler Sonographie. Polypen können solitär oder multipel auftreten und sind meist im Bereich des Fundus oder der Tubenostien lokalisiert.
Bei Erstbefund empfiehlt sich eine Kontroll-Sonographie unmittelbar nach der nächsten Menstruation. Persistiert der Befund, ist eine hysteroskopische Entfernung indiziert.
Bei kleineren Polypen (bis 2–2,5 cm) ist die Abtragung mittels Dünnglaskompakthysteroskop (Mini-Hysteroskopie) möglich, wodurch eine Zervixdilatation entfällt. Diese minimal-invasive Methode ist besonders schonend für Nulliparae, da sie das Zervixtrauma minimiert und die Fertilität optimal schützt.
Bei großen Polypen (über 3 cm), submukösen Myomen oder ausgeprägten intrauterinen Adhäsionen kommt das bipolare Resektoskop zum Einsatz.
Im Vergleich zur klassischen monopolaren Technik arbeitet dieses System in physiologischer Kochsalzlösung (NaCl 0,9%), was das Risiko eines TUR-Syndroms minimiert, die Interventionszeit verlängert und die Resektion größerer Befunde (bis zu 5–6 cm) sicher ermöglicht.





