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In diesem Abschnitt werden die wichtigsten gynäkologischen Krankheitsbilder vorgestellt, die häufig eine operative Behandlung erfordern. An erster Stelle steht der unerfüllte Kinderwunsch (Infertilität) als eines der zentralen Themen der modernen Frauenheilkunde. Da Infertilität eng mit der Endometriose zusammenhängt, wird dieses Krankheitsbild im folgenden Abschnitt detailliert behandelt.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden Erkrankungen der Gebärmutter: Uterusmyome sowie Endometriumpolypen und Endometriumhyperplasien – Diagnosen, die häufig im Ultraschall festgestellt werden und gezielt chirurgisch behandelt werden können.
Zudem wird das Spektrum von Beckenorganprolaps und Harninkontinenz mit den entsprechenden modernen Therapiemöglichkeiten erläutert.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Notfallgynäkologie: der Ovarialapoplexie (Eierstocksruptur) und der Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität). Diese akuten Zustände treten plötzlich auf und erfordern schnelles ärztliches Handeln.

Unerfüllter Kinderwunsch (Infertilität)

Immer mehr Paare stehen vor der Herausforderung eines unerfüllten Kinderwunsches. In etwa 50–60 % der Fälle liegt eine Mitursache beim Partner. Der männliche Faktor lässt sich einfach und schmerzlos durch die Untersuchung einer Samenprobe (Erstellung eines Spermiogramms) abklären. Die Abklärung der weiblichen Faktoren ist vielschichtiger.

Eine der häufigsten Ursachen ist der tubare Faktor (Verschluss oder Funktionsstörung der Eileiter). Wenn trotz regelmäßigen Geschlechtsverkehrs über ein Jahr hinweg keine Schwangerschaft eintritt, sollten die Eileiter und die Beckenorgane eingehend untersucht werden.

Endometriose

Die Endometriose ist eine häufige gynäkologische Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst und entzündliche Herde bildet. Laut ESHRE betrifft die Endometriose ca. 2 bis 10 % aller Frauen im gebärfähigen Alter und bis zu 50 % der Patientinnen mit unerfülltem Kinderwunsch.
Endometriose ist eine gutartige, jedoch oft chronische Erkrankung. Zu den Hauptsymptomen zählen zyklusabhängige Unterleibsschmerzen sowie Infertilität.
Wächst das Gewebe in die Muskelschicht der Gebärmutter ein, spricht man von Adenomyosis uteri (innere Endometriose). Befinden sich die Herde außerhalb des Uterus (an Eierstöcken, Eileitern oder Bauchfell), liegt eine äußere Endometriose vor. An den Eierstöcken entstehen dadurch häufig sogenannte Schokoladenzysten (Endometriome), die das gesunde Ovarialgewebe schädigen und die Ovarialreserve reduzieren können. Zur Beurteilung der Eizellreserve empfiehlt sich die Bestimmung des AMH-Wertes (Anti-Müller-Hormon).
Heutzutage stehen moderne medikamentöse und chirurgische Behandlungsverfahren zur Verfügung, die oft kombiniert werden, um Schmerzfreiheit und den Wunsch nach einer Schwangerschaft optimal zu unterstützen.

Uterusmyome

Uterusmyome (gutartige Muskeltumoren der Gebärmutter, auch Leiomyome genannt) betreffen etwa 20–40 % aller Frauen über 30 Jahre und gehören zu den häufigsten gutartigen Tumoren des weiblichen Genitaltrakts.
In den meisten Fällen sind Myomknoten klein und beschwerdefrei; hier genügt eine regelmäßige Verlaufskontrolle per Ultraschall (alle 6–12 Monate). Bei etwa 10–12 % der Betroffenen ist jedoch eine gezielte Behandlung erforderlich.

Eine medikamentöse Vollheilung existiert nicht, weshalb bei Beschwerden meist eine chirurgische Therapie empfohlen wird. Die Hauptindikationen für eine Operation sind: Knotengrößen über 6 cm, submuköse Lage (Verformung der Gebärmutterhöhle) sowie durch Myome verursachte Gebärmutterblutungen.
Das bevorzugte Verfahren zur Entfernung der Knoten ist die Laparoskopie (Bauchspiegelung) oder vNOTES. Liegt der Knoten direkt in der Gebärmutterhöhle, wird die Hysteroskopie angewendet. Ist die Gebärmutter stark verändert und ein Organerhalt nicht gewünscht, kommt eine laparoskopische Hysterektomie infrage.

Pathologien der Gebärmutterhöhle

Zu den häufigsten pathologischen Veränderungen der Gebärmutterhöhle gehören: Endometriumpolypen, Endometriumhyperplasien, submuköse Uterusmyome, Adenomyose sowie intrauterine Adhäsionen (Verwachsungen).
Eine Endometriumhyperplasie bezeichnet eine übermäßige Zunahme der Gebärmutterschleimhaut.
Nach der WHO-Klassifikation umfassen hyperplastische Schleimhautprozesse drüsige Hyperplasien, Polypen sowie atypische Veränderungen mit erhöhtem Risiko.

Endometriumpolypen können sowohl im Rahmen einer Hyperplasie als auch bei unauffälligem Schleimhautbefund auftreten.
Der Goldstandard zur präzisen Diagnostik und schonenden Abtragung von Befunden in der Gebärmutterhöhle ist die Hysteroskopie.

Beckenorganprolaps & Harninkontinenz

Der Beckenorganprolaps (Senkung von Scheide und Gebärmutter) gehört zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen im reiferen Alter. Nach gutartigen Tumoren und Endometriose stellt der Prolaps die dritthäufigste Indikation für eine elektive gynäkologische Operation dar. Fast jede zweite Frau über 50 Jahre weist Grade einer Senkung auf.
Auch nach einer vorangegangenen Gebärmutterentfernung (Hysterektomie oder supravaginale Zervixamputation) kann es zu einem Senkungszustand des Scheidenstumpfes kommen.
Genitalsenkungen gehen häufig mit Funktionsstörungen der Blase einher. Symptome wie Belastungsinkontinenz oder verstärkter Harndrang betreffen bis zu 30 % der Frauen unter 55 Jahren und bis zu 75 % der Frauen über 70 Jahre.


Notfallgynäkologie (Akute Erkrankungen)

Ovarialapoplexie (Eierstocksruptur)

Unter einer Ovarialapoplexie versteht man eine plötzliche Ruptur des Eierstockgewebes (häufig einer Corpus-Luteum-Zyste in der zweiten Zyklushälfte), die oft mit einer akuten Einblutung in die Bauchhöhle einhergeht. Tritt eine stärkere intraabdominale Blutung auf, ist eine umgehende laparoskopische Notfalloperation erforderlich.
Ziel des Eingriffs ist die umgehende Blutstillung sowie die Ausspülung von Blutansammlungen, wobei das Eierstockgewebe maximal geschont und die Ovarialfunktion vollständig erhalten wird.

Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität)

Bei einer Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität) nistet sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutterhöhle ein – meist im Eileiter. Seltener kommen Ovarial-, Zervix- oder Abdominalgraviditäten vor. Eine Extrauteringravidität tritt bei etwa 1 von 100 Schwangerschaften auf. Zu den Risikofaktoren gehören vorangegangene Entzündungen im Unterleib, verklebte Eileiter sowie Operationen im Beckenbereich.
In den первых Wochen kann eine Eileiterschwangerschaft symptomarm verlaufen. Die Diagnose wird durch Ultraschall und Laborparameter gestellt.

Bei einem positiven Schwangerschaftstest sollte bei folgenden Warnsignalen sofort ein Arzt aufgesucht werden:

• spärliche, dunkelbraune Schmierblutungen oder ungewöhnlicher Ausfluss;
• einseitige, ziehende oder stechende Unterleibsschmerzen;
• Übelkeit, Kreislaufschwäche oder Schwindel.

Bei Verdacht auf eine Extrauteringravidität ist eine umgehende stationäre Aufnahme erforderlich. Die operative Entfernung der Schwangerschaftsanlage erfolgt laparoskopisch. Je nach Befund und Eileiterzustand wird der Eileiter entweder erhalten (Salpingotomie) oder entfernt (Salpingektomie).

Die minimal-invasive Laparoskopie ermöglicht eine extrem schonende Versorgung, minimale Gewebeschädigung und eine schnelle Erholung der Patientin.