Extrauteringravidität (EUG / Ektopische Schwangerschaft)
Die Behandlung einer Extrauteringravidität kann prinzipiell operativ oder medikamentös erfolgen. Beide Verfahren erfordern eine stationäre Überwachung.
Für die medikamentöse Therapie wird ein Zytostatikum (Methotrexat) eingesetzt, welches die Zellteilung hemmt. Damit dieser Ansatz infrage kommt, müssen strenge Voraussetzungen erfüllt sein:
• niedriger Serum-Beta-hCG-Wert;
• kleiner ektoper Fruchtsack ohne nachweisbare embryonale Herzaktion im Ultraschall.
Es muss berücksichtigt werden, dass Zytostatika mit erheblichen Nebenwirkungen und toxischen Risiken einhergehen können. Aufgrund schwankender Erfolgsraten und des Risikos schwerer Komplikationen verzichte ich in meiner klinischen Praxis auf die medikamentöse Therapie sowie auf die lokale Injektion während einer Laparoskopie.
Jahr: 2020 Komplexe Kasuistik: EUG im Tubenstumpf
Aufnahme mit Verdacht auf rechtsseitige Tubargravidität. Fünf Jahre zuvor war der linke Eileiter alio loco laparoskopisch entfernt worden.
Geplantes Vorgehen: Salpingotomie rechts. Bei der Laparoskopie zeigten sich ca. 200 ml Hämoperitoneum mit Koageln. Das Sigma war mit dem Uterusfundus und dem linken Tubenwinkel adhärent; das linke Ovar in ein dichtes Adhäsionskonglomerat eingebettet. Die rechten Adnexe waren an der Beckenwand fixiert.
Nach Koagelentfernung zeigte sich die rechte Tube unauffällig. Die Blutungsquelle lag im Bereich der linken Adnexe. Nach Adhäsiolyse und Eröffnung des Douglas-Raumes fand sich die Fruchthöhle im Bereich des fimbrialen Tubenstumpfes der Voroperation. Der Stumpf samt Schwangerschaftsgewebe wurde reseziert und das linke Ovar mobilisiert.
Rechtsseitig wurden Adhäsionen gelöst; im rechten Ovar zeigte sich ein regelrechtes Corpus luteum (Ovulationsstigma). Die Patientin konnte am Folgetag wohlauf entlassen werden.
Jahr: 2020 EUG bei Perforation und intraabdomineller Dislokation einer Spirale (IUP)
Patientin mit einwöchigen ziehenden Unterbauchschmerzen. Anamnese: Vor 6 Monaten IUP-Einlage, seither anhaltende Schmerzen.
Sonographisch: Uteruscavum leer, freie Flüssigkeit im Douglas-Raum. Im CT zeigte sich die vollständige Uterusperforation mit Dislokation des IUP in das kleine Becken.
Laparoskopischer Befund: Rechtsseitige Tubargravidität (Salpingektomie rechts). Das dislozierte IUP wurde hinter dem Uterus im Omentum majus lokalisiert und entfernt. Entlassung am Folgetag.
Jahr: 2019 Gefährliche interstitielle EUG (im Tubenwinkel)
Seltene und gefäßreiche Form einer ektopischen Schwangerschaft im interstitiellen Tubenabschnitt am Uterushornbereich.
Jahr: 2020 Intramurale EUG mit temporärem Clipping der Uterinarterien
Implantation im intramuralen Tubenanteil nahe dem Cavum uteri. Zur Vermeidung einer massiven Blutung erfolgte vor der Resektion das temporäre laparoskopische Klippen der Arteriae uterinae.
Jahr: 2020 Rechte Tubargravidität: Organerhalt und Fimbrioplastik
Sanierung der Tubargravidität mit vollständigem Erhalt des Eileiters und mikrochirurgischer Rekonstruktion des Fimbrientrichters.
Jahr: 2013 Tubenruptur bei EUG mit hämorrhagischem Schock
Notfalllaparotomie nach Pfannenstiel bei akuter Tubenruptur und schwerer intraabdomineller Blutung; Durchführung einer Salpingektomie.
Jahr: 2007 Tubargravidität