Facebook Youtube Instagram Kontakte E-Mail Telefon
Telefon des Arztes: +49 681 406-4692
Terminvereinbarung: +49 681 406-1370
Unerfüllter Kinderwunsch (Infertilität)

In etwa 50–60 % der Fälle eines unerfüllten Kinderwunsches liegt eine Mitursache beim Mann. Der männliche Faktor lässt sich schnell und schmerzlos mittels Spermiogramm abklären.
Die Abklärung weiblicher Ursachen ist vielschichtiger und gliedert sich in 5 diagnostische Stufen:

  1. Vagina (Ausschluss von Infektionen)
  2. Zervix uteri (Zervikaler Faktor)
  3. Uterus (Endometrium- und Cavumpathologien)
  4. Eileiter (Tubare und peritoneale Faktoren)
  5. Ovarien (Follikelreifung, Ovulation und Hormonstatus)

1. Vagina (Infektiologischer Faktor)

Der Ausschluss von Genitalinfektionen ist der erste fundamentale Schritt bei der Erstvorstellung mit Kinderwunsch. Bei Nachweis pathogener Erreger erfolgt eine gezielte medikamentöse Therapie für beide Partner.

2. Zervix uteri (Zervikaler Faktor)

Ein zervikaler Faktor liegt bei etwa 5 % der Paare vor. Die Interaktion zwischen Zervixschleim und Spermien wird mittels Postkoitaltests (Kurzrok-Miller- oder Sims-Huhner-Test) untersucht. Bei Verdacht auf Antisperma-Antikörper wird ein MAR-Test durchgeführt. Bei therapieresistentem zervikalem Faktor bietet die intrauterine Insemination (IUI) eine bewährte Lösung.

3. Uterus (Endometrium- und Myometriumfaktor)

Pathologische Veränderungen des Cavum uteri müssen ausgeschlossen werden: Endometriumpolypen, Hyperplasien, mangelnde Endometriumtransformation, chronische Endometritis oder intrauterine Synechien (Asherman-Syndrom). Zur Beurteilung dienen differenzierte Ultraschalluntersuchungen und die Hysteroskopie. Auch submuköse oder intramurale Myome sowie Adenomyose können die Einnistung verhindern und laparoskopisch oder hysteroskopisch operiert werden.

4. Eileiter (Tubarer & peritonealer Faktor)

Tubenfunktionsstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit. Im Eileiter findet die Befruchtung statt; die Zilien transportieren den Embryo über 5 Tage in die Gebärmutterhöhle zur Implantation.

Entzündungen führen häufig zu Verwachsungen und Tubenverschlüssen, was das Risiko für Eileiterschwangerschaften massiv erhöht. Kommt es zu einem fimbriellen Verschluss mit Flüssigkeitsansammlung (Hydrosalpinx), wird die Schleimhaut zerstört, was meist eine laparoskopische Salpingektomie vor einer IVF erforderlich macht.

Diagnostische Verfahren zur Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit:

Hysterosalpingo-Kontrastsonographie (HyCoSy): Ultraschallbasierte Durchgängigkeitsprüfung.
Hysterosalpingographie (HSG): Röntgenologische Kontrastmitteldarstellung.
Diagnostische Laparoskopie mit Chromopertubation: Der Goldstandard. Ermöglicht die direkte Sicht auf Beckenorgane, die exakte Prüfung der Tubenpassage mit Blaulösung, das Lösen von Verwachsungen (Adhäsiolyse) und die gleichzeitige Sanierung von Endometrioseherden.

5. Ovarien (Ovarieller & hormoneller Faktor)

Voraussetzung für die Befruchtung ist eine regelrechte Ovulation. Diese wird sonographisch per Follikulometrie und durch Zyklus- und Hormondiagnostik (Ausschluss von Hyperprolaktinämie, Schilddrüsendysfunktion, Bestimmung des AMH-Wertes) überwacht. Bei Anovulation kann eine gezielte medikamentöse Ovulationsinduktion erfolgen.

Beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) mit verdickter Kapsel kann ein laparoskopisches Ovarian Drilling (Stichelung / Thermokauterisation der Ovarien) durchgeführt werden, um spontane Eisprünge wiederherzustellen und die Konzeptionsrate zu steigern.


Die Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches erfordert eine strukturierte Diagnostik und ein individuelles Vorgehen.

Tritt trotz gezielter Behandlung und unauffälliger Befunde innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft ein, wird eine Überweisung an ein Kinderwunschzentrum (IVF / ICSI) empfohlen.